Archive for Juli, 2007

Morgen, morgen, nur nicht heute…

Ein echter Aufschieber ist nicht faul. Denn er plant ja, alles zu erledigen. Irgendwann, morgen vielleicht. Gute Vorsätze hat er genug. Aber inzwischen gibt es sooo viel Wichtiges zu tun! Das Aufschieben hat Konsequenzen, oft sogar ziemlich teure. Aber kaum ist das Schlimmste abgewendet, schiebt man weiter auf.

Dafür hat man gute Gründe. Tausend Gründe. Wichtige Gründe. Dinge, die einem im letzten Moment dazwischen gekommen sind. Schuld ist man selbst nie!

Und doch leidet ein chronischer Aufschieber unter seinem Verhalten. Immer mehr Menschen entscheiden sich aus diesem Grund für ein Disziplincoaching.

Die Wissenschaft unterscheidet zwischen zwei Aufschieber-Typen:

Der Erregungsaufschieber
glaubt, erst im letzten Moment kreativ sein zu können. Dieser Glaubenssatz kann im Laufe der Jahre sogar zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden. Aufgrund des Stresshormonschubs und des damit verbundenen Hochgefühls meint dieser Typ, seine Arbeit wäre auch besonders wertvoll. Leider ist dem nicht so. Die Qualität geplanter und überdachter Arbeit ist bewiesenermaßen höher. Aber erklären Sie das einmal einem Adrenalin-Junkie.

Und der Vermeidungsaufschieber, der sich lieber für seine mangelnde Anstrengung als für etwaige Mängel seiner Kompetenz rügen lässt. Vor lauter Angst zu versagen, versagt er lieber aus Zeitdruck. So braucht er seine wahren Fähigkeiten nicht zu erproben.

Aufschieber setzen keine Prioritäten. Sie können nur schwer auf eine Belohnung warten, die in weiter Ferne liegt und ziehen Aufgaben vor, die schnell erledigt und deshalb kurzfristig befriedigender sind.

Immerhin rund 20% der Bevölkerung der Industrieländer sind Aufschieber, unabhängig von der Nation.

Wie so gerne, schoben Forscher früher die Schuld dem Elternhaus zu, während neueste Studien ergeben, dass das Aufschieben ein natürlicher Vorgang sei. Die Steuererklärung ist keine angeborene, sich natürlich verstärkende Tätigkeit. Deshalb haben viele andere Dinge eine größere Chance, schnell erledigt zu werden.

Das Disziplincoaching sieht dreierlei vor:

- Realistisch planen: viele Aufschieber überschätzen ihre Leistungsfähigkeit.

- Pünktlich anfangen: einen konkreten Zeitpunkt zu beginnen festlegen und genau dann auch wirklich starten!

- Arbeitsrestriktion: eine bestimmte Arbeitszeit wird festgelegt und darf nicht überschritten werden – erst die Begrenzung macht das Arbeiten interessant und reizvoll…

Warum das Aufschieben in den Griff bekommen, wo es doch sowieso „natürlich“ ist?

Aufschieber riskieren depressive Verstimmungen. Sie verpassen die Süße der Freizeit, weil sie ständig ein schlechtes Gewissen wegen nicht erledigter Arbeiten haben. Sie leben nie im Augenblick, weil stets das Damoklesschwert der Konsequenzen des Aufschiebens über ihnen schwebt.

Mit dem Erlangen von Disziplin behalten Sie dennoch gleichzeitig die Vorteile und Ressourcen der Aufschieberitis: Die Flexibilität und Leichtigkeit, sich auf neue und dringendere Aufgaben schnell einstellen zu können.

Die Fachbezeichnung fürs Aufschieben lautet übrigens: Prokrastination – allein wegen dieses unsäglichen Worts loht es schon, es aufzugeben…. continue reading »

Juli 19 2007 | Allgemein | No Comments »

Nur Verrückte gehen zum Psychotherapeuten

Das Ziel von Persönlichkeitsbildung im Allgemeinen und Lebensdesign im Besonderen ist, schlicht und einfach, glücklich zu sein. Was tun wir nicht alles, um Glück zu erlangen? Wir leisten, wir kaufen, wir passen uns an, wir achten auf unser Äußeres, wir nehmen Pillen, machen Sport, suchen den einzigen, perfekten Partner, ja, wir versuchen selbst, perfekt zu sein.

Und in unserem Inneren lauert immer dieser kleine Gedanke, dass es nicht so klappt, dass wir alles tun, aber das Ziel (das Glück) nie wirklich erreichen. Also wird weiter gekauft, gehandelt, gemüht. („Ich hab zwar keine Ahnung, wo ich hinfahr, aber dafür bin ich schneller dort.“) Bis wir irgendwann entdecken, dass das wahre Glück von äußeren Umständen relativ unbeeinflussbar ist.

Wo haben wir das nicht schon überall gelesen, dass man das wahre Glück im Inneren findet? Und wie rümpfen wir die Nase über diesen abgenutzten Spruch. Bis sich eines Tages das mulmige Gefühl einstellt, es könnte an diesen so oft gehörten worten möglicherweise etwas dran sein. Und dann gilt es, das Innere und Innerste erst vorsichtig, dann auch mal mutiger, aber auf jeden Fall heimlich zu erforschen.

Wer sich auf den Weg in die inneren Abgründe und dunklen Winkel seiner Psyche macht, wird mehr und mehr fasziniert von der Fülle und Vielfalt, die sich ihm offenbart. So wie Sie im Keller oder auf dem Dachboden eines Hauses wahre Schätze finden können, werden Sie auch in Ihren verborgensten Seelenwinkeln Funken, Licht und überraschende Schätz entdecken.

Als Therapeutin, Psychologin, Lebensdesignerin kann ich auf diesem Weg Reiseführerin oder Wegweiserin sein, der Weg selbst muss von Ihnen beschritten werden. Denken Sie einmal an den Unterschied zwischen gefilmten Bergen, die Sie im Fernsehen sehen und einem Berg, den Sie selbst ersteigen. Genau so groß ist der Unterschied zwischen dem Lesen psychologischer Literatur und der Reise ins Innenleben. Auch die Erfolgserlebnisse sind vergleichbar.

Egal, ob Sie es geheim halten oder offen darüber reden: Die (unendliche) Reise zum Mittelpunkt Ihrer Psyche bringt Ihnen nicht nur steigende Gelassenheit und Stabilität, sondern Strategien, mit sich selbst besser auszukommen und echte Glücksmomente! Und das lohnt sich nicht nur, wenn man sich „verrückt“ fühlt, sondern könnte Bestandteil jeder menschlichen Entwicklungsreise sein – denn glücklich wollen wir doch alle sein!

Juli 06 2007 | Allgemein | No Comments »